Finnenhaussiedlung: Sanierung mit Augenmaß und im Dialog, mit Beteiligung statt Vorfestlegung
Im Ausschuss für Mobilität und Infrastruktur wurde in den vergangenen Monaten intensiv über die Zukunft der Finnenhaussiedlung beraten. Für viele Anwohnerinnen und Anwohner ist das ein sensibles Thema – und das aus gutem Grund. Es geht um den Zustand der Straßen, um notwendige Sanierungen, um mögliche Belastungen durch alte Baumaterialien und auch um die Frage, welche finanziellen Folgen auf die Eigentümer zukommen können.
Klar ist: In der Finnenhaussiedlung besteht Handlungsbedarf. Die Straßenschäden und der Sanierungsstau sind seit Langem sichtbar. Hinzu kommt, dass bei Untersuchungen festgestellt wurde, dass in älteren Straßenmaterialien PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) enthalten sind, welches bei arbeiten daran krebserregend ist und bei den meisten Straßen im Quartier der Fall ist. Ein Abtragen, nur der Oberfläche/obersten Schichten, ist hier keine Option und schiebt das Problem in die nicht allzu ferne Zukunft. Außerdem müssen nach heutigem Kenntnisstand auch Teile der Abwasserinfrastruktur überprüft und zum Teil erneuert werden. Die CDU Preetz hält es deshalb für notwendig, die anstehenden Baumaßnahmen nicht weiter aufzuschieben.
Genauso klar ist aber auch: Zum jetzigen Zeitpunkt ist noch nichts endgültig entschieden. Die Bürgerinnen und Bürger der Finnenhaussiedlung haben weiterhin die Möglichkeit, sich mit ihren Vorstellungen, Hinweisen und Bedenken in die Planungen einzubringen. Die laufenden Beratungen und die bisherigen Termine haben gezeigt, dass es ein großes Interesse an der Zukunft der Finnenhaussiedlung gibt. Diese Beteiligung ist wichtig und ausdrücklich gewünscht.
Dass zentrale Fragen der Straßengestaltung derzeit noch offen sind, wurde uns und allen Anwohnerinnen und Anwohnern mehrfach bestätigt. Dazu gehört etwa, ob Straßen mit oder ohne Gehweg ausgebaut werden, ob Absenkungen für eine bessere Barrierefreiheit vorgesehen werden und auch, ob einzelne Bereiche asphaltiert oder gepflastert werden.
Beispielgebend kann auch der Drosselweg sein, der als Verkehrsberuhigter Bereich umgestaltet wurde.
Auf unsere Frage hin bestätigte uns die Verwaltung, diese Varianten und Gestaltungsunterschiede machten finanziell keinen erheblichen Unterschied.
Goldrandlösungen sind – sofern nicht ausdrücklich gewünscht – keine Option. Auch eine mögliche Umgestaltung der Flächen Hebbelplatz und Klaus-Groth-Platz wird von den Anwohnerinnen und Anwohnern bislang ausdrücklich nicht gewünscht.
Umso wichtiger ist es jetzt, gemeinsam darüber zu sprechen, welche Lösungen für die Anwohnerinnen und Anwohner, für die Verkehrssicherheit und für eine zukunftsfähige Gestaltung des Wohnumfeldes am sinnvollsten sind. Das vorgeschlagene Verkehrskonzept des Planungsbüros LK Argus Kassel GmbH, das im Ausschuss für Mobilität und Infrastruktur vorgestellt wurde, bietet bereits eine sehr gute Grundlage für die Diskussion in diesem Quartier.
Die CDU Preetz steht für genau diese Gespräche bereit. Wir nehmen die Sorgen und Einwände der Anlieger ernst und wollen den weiteren Prozess offen begleiten. Gleichzeitig sagen wir aber auch deutlich: Ein „Weiter so“ kann es angesichts des baulichen Zustands nicht geben. Die notwendigen Maßnahmen müssen umgesetzt werden, aber so, dass die Bürgerinnen und Bürger weiterhin mitgestalten können und ihre Anliegen Gehör finden.
Für uns ist deshalb entscheidend: Sanierung ja – aber mit Augenmaß, Transparenz und echter Beteiligung.
Anwohnerinnen und Anwohner sind herzlich eingeladen, sich mit ihren Anregungen an uns zu wenden, damit wir diese im Ausschuss für Mobilität und Infrastruktur berücksichtigen und einbringen können.