E-Sports: Sport aus einem anderen Blickwinkel

 

Was ist alles als Sport zu bezeichnen? – Das konnte man sich in der Vergangenheit wohl nur bei Disziplinen wie „Schach“ oder „Angeln“ fragen, denn beide sind als Sportart angesehen, doch weit davon entfernt, olympisch zu werden. Neu in dieser Betrachtung sind nun die „E-Sports“, also Wettkämpfe, die nicht mehr von verschwitzten Spielern auf Rasen- oder Hallenplätzen ausgetragen werden, sondern an High-Speed-Computern, vernetzt mit anderen Spielern (per Internet oder im lokalen Netzwerk) und in ständiger Kommunikation per Headset. Das soll keineswegs heißen, dass diese Aktivitäten nicht schweißtreibend sind, denn Action gibt es bei diesen Turnieren jede Menge, auch wenn es eher die Fingerfertigkeit und eine sehr gute Hand-Augen-Koordination erfordert, als die Körperkraft oder das Lungenvolumen, um hier erfolgreich zu sein.

Doch ist das ein Sport? Das Land Schleswig-Holstein sieht dies so. Neben der Eröffnung des "Landeszentrums für eSport und Digitalisierung" (LEZ.SH) in Kiel wurden zwischen 2019 und Ende 2021 über vierzig Einzelprojekte unterstützt. Das Leistungsangebot des LEZ.SH bietet aber nicht nur Räumlichkeiten und Verleihtechnik für Events von Sportvereinen an, sondern auch ein umfangreiches Beratungs- und Seminarangebot. Wer behauptet, dass sei alles nur Gaming, dass die Jugendlichen doch genauso gut mit einem schnellen Internet-Platz von zu Hause aus erledigen können, hat in weiten Teilen nicht unrecht, doch geht es beim E-Sport um ein paar Punkte mehr:


- In diesen Mannschaften wird trainiert und am besten sogar im (menschlichen) Austausch, so dass die Anonymität des Internets aufgebrochen wird. Hier werden Taktiken besprochen, getestet und eingeübt. Jeder hat eine Aufgabe, die sich dem Training z.B. auf dem Fußballplatz annähert.

- Es gibt über das LEZ.SH zudem Seminare zum sicheren Umgang mit digitalen Medien, die somit eine jugendschützende Wirkung haben sollen.
- Zuletzt steht bei guten Mannschaften im eSport auch die körperliche Fitness im Fokus, denn es ist von großem Vorteil, wenn Ausdauer (gerade Herz-Kreislauf-System), Körpergewicht (BMI) und mentale Aufnahmefähigkeit (gute Sauerstoffversorgung, Stoffwechsel) trainiert sind; denn es geht bei machen Turnieren so stressig zu, dass Belastungen wie bei einem Jet-Piloten im Einsatz wirken.
Ob Fan oder nicht, es ist definitiv eine neue Bewegung, die vom Land auch jedes Jahr mit sechsstelligen Summen gefördert wird, bis hin zum perspektivischen Aufbau von vier Regionalzentren in Schleswig-Holstein.


Für die CDU-Fraktion ist dies jedenfalls Grund genug, eine Prüfung zusammen mit den in Fusion befindlichen Sportvereinen FT Preetz und PTSV sowie der Stadt zu diesem Thema vorzunehmen. Im Ausschuss für Wirtschaft-, Sport- und Kulturangelegenheiten (WSK) wurde am 17. Mai 2022 der Antrag der CDU eingebracht, sich vom Landeszentrum für eSport und Digitalisierung beraten zu lassen und die Möglichkeiten einer Förderung in Hinblick auf Ausstattung sowie Sport- und Seminarangebot zu erörtern. „Die Stadt ist meistens dann gefragt, wenn es um die Leistungsfähigkeit der Sportstätten geht. Beim Thema eSport sind wir jetzt gerade erst am Anfang. Für die CDU gehört die Prüfung einer innovativen Sportart für so große Vereine wie die bald fusionierten FT und PTSV aber dazu. Geh‘ mit der Zeit, sonst gehst du mit der Zeit“, so Simon Bussenius, CDU-Stadtvertreter und WSK-Vorsitzender. „Wenn eSports eingeführt werden sollen, so gehören Tagungsräume mit digitaler Technik, leistungsstarke Netzwerke und weitere Ausstattung dazu. Mit einem guten Glasfasernetz wie bei uns in Preetz, wäre 
der Standort sogar als Regionalzentrum geeignet. Die Chancen könnte man nutzen, zumal diese Technik generell dem Verein und auch der Stadt als Angebot nützen kann“.


Simon Bussenius


Bildquellenangabe:
Pascua Theus  / pixelio.de

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